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Master-Prüfkatalog

Facility Management: Werk- und Montageplanung » Prüfprozess » Master-Prüfkatalog

Master-Prüfkatalog

Master-Prüfkatalog

Der Katalog ist um nutzungs- und standortspezifische Sonderanforderungen zu ergänzen, etwa bei Explosionsgefährdung, Gefahrstoffen, Reinräumen, Strahlenschutz, Bühnen- oder Medizintechnik sowie besonderen Industrieprozessen. Die jeweilige Fachprüfung erfolgt durch hierfür qualifizierte und beauftragte Stellen.

Prüfkriterien zentral bündeln und steuern

Prüfauftrag und Planpaket

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

1

Sind Prüfziel, Teilbereich und zulässiger Verwendungszweck festgelegt?

Schriftlicher Auftrag mit Bauteilen, Anlagen, Revisionen und ausdrücklich benannten Nicht-Prüfgegenständen.

2

Sind fachliche Prüfer, Schnittstellen und Entscheidungsbefugnisse zugeordnet?

Benannte Zuständige mit Qualifikation, Vertretung und abgegrenztem Mandat; keine bloße Sammelfreigabe.

3

Ist das eingereichte Paket eindeutig identifizierbar und vollständig?

Planliste, Revisionsstand, Änderungsverzeichnis, Berechnungen, Produktunterlagen und nachvollziehbare Dateibeziehungen.

4

Sind Prüftiefe, Methode und gegebenenfalls Stichprobe begründet?

Risikobewertung mit Auswahlgrund, Grenzen, kritischen Vollprüfungen und Ausweitungsregeln bei Befunden.

5

Sind technische, terminliche und vertragliche Konflikte offen ausgewiesen?

Entscheidungsliste mit Eigentümer des Konflikts, benötigter Rückmeldung und betroffenen Folgeschritten.

6

Sind alle maßgeblichen Referenzunterlagen gültig und zugänglich?

Bestätigter Sollstand; überholte Dokumente gekennzeichnet; fehlende Grundlagen verhindern eine positive Sachprüfung.

Anforderungen, Genehmigung und Abweichungen

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

7

Sind Nutzungs- und Betreiberanforderungen bis zum Detail zugeordnet?

Anforderungskennung mit Planstelle, Nachweis, Prüfergebnis und dokumentierter Behandlung von Zielkonflikten.

8

Stimmt die geplante Verwendung mit Genehmigung und Nebenbestimmungen überein?

Abgleich von Nutzungsart, brandschutzrelevanten Angaben, Auflagen und genehmigungsrelevanten Änderungen.

9

Sind anzuwendende Regeln und Ausgaben projektbezogen festgelegt?

Normen- und Rechtsbasis mit Landesbezug, Vertragsbezug, Übergängen und geklärten widersprüchlichen Anforderungen.

10

Ist ein Produktwechsel in allen relevanten Eigenschaften bewertet?

Vergleich zu Leistung, Lasten, Anschlüssen, Sicherheit, Wartung, Daten, Ersatzteilen und Betriebskosten.

11

Sind Nachweise und angrenzende Gewerke nach Änderungen konsistent?

Fortgeschriebene Berechnungen und Pläne sowie bestätigte Schnittstellen; keine isolierte Zeichnungskorrektur.

12

Sind technische Zustimmung und kostenwirksame Vertragsentscheidung getrennt?

Entscheidung durch die jeweils befugte Stelle; eindeutiger neuer Sollstand ohne verdeckte Leistungsänderung.

Bestand, Geometrie und Toleranzen

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

13

Sind Achsen, Höhen und Koordinatensysteme widerspruchsfrei?

Dokumentierte gemeinsame Bezüge in Aufmaß, Modell, Werkstattzeichnung und örtlicher Absteckung.

14

Sind fertigungsbestimmende Bestandsmaße tatsächlich verifiziert?

Kontrolliertes Aufmaß mit Datum, Methode und Genauigkeit; Unbekanntes bleibt als Annahme gekennzeichnet.

15

Sind verdeckte oder nicht zugängliche Bestandszustände ausreichend geklärt?

Geeignete Erkundung oder technisch sichere Entscheidung vor irreversibler Fertigung und Befestigung.

16

Sind Toleranzketten über mehrere Bauteile und Gewerke betrachtet?

Passungsnachweis einschließlich Rohbau, Fertigung, Montage, Verformung und verbleibender Einstellmöglichkeiten.

17

Bleiben Funktions- und Wartungsräume auch bei ungünstigen Abweichungen erhalten?

Prüfbare Restmaße für Öffnen, Bedienung, Demontage und sichere Nutzung; nicht nur Nenngeometrie.

18

Sind örtliche Anpassungen technisch zulässig und nachführungspflichtig?

Festgelegte Anpassungsgrenzen; erneute Fachprüfung bei Auswirkungen auf Lasten, Schutz oder Genehmigung.

Montage, Logistik und Zwischenzustände

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

19

Sind Transport- und Einbringwege für tatsächliche Bauteile geeignet?

Abmessungen, Gewichte, Kurven, Öffnungen, Bodenlasten und Hebemittel einschließlich Verpackung abgeglichen.

20

Sind Anschlagen, Heben und vorübergehendes Lagern technisch abgesichert?

Geeignete Nachweise, Anschlagpunkte, Lagerbedingungen und abgestimmtes Montageverfahren.

21

Sind nicht selbststabile Bauzustände berücksichtigt?

Nachweise zu temporären Abstützungen, Verbänden und Montagefolgen sowie Zuständigkeit für Freigaben.

22

Verhindert die Gewerkeabfolge spätere Montage oder erforderliche Prüfungen?

Koordinierte Reihenfolge mit noch zugänglichen Verbindungen, Durchführungen, Dämmungen und Kontrollpunkten.

23

Sind empfindliche und hygienerelevante Bauteile während der Bauphase geschützt?

Abgestimmte Lager-, Verschluss-, Reinigungs- und Schutzbedingungen mit Wiederherstellung nach Eingriffen.

24

Sind Haltepunkte vor Verdeckung und irreversiblen Schritten verbindlich?

Benannte Prüfung, verantwortliche Entscheidung und gesicherter Nachweis vor Verschließen oder Weiterbau.

Tragwerk, Anschlüsse und Befestigungen

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

25

Sind sämtliche relevanten Lasten dem tatsächlich ausgeführten System zugeordnet?

Konsistente Lastannahmen für Eigengewicht, Betrieb, Wartung, Wind, Dynamik und zutreffende Sonderzustände.

26

Ist der Lastpfad vom Gerät bis in das tragende Bauteil nachgewiesen?

Abgestimmte Nachweise für Anschluss, Konsole, Unterkonstruktion, Befestigung und aufnehmenden Untergrund.

27

Passen Bemessungsannahmen zum örtlichen Befestigungsgrund?

Verifizierte Werkstoffe, Abmessungen, Randabstände, Bauteildicken und Einbaubedingungen.

28

Sind Verbindungsmittel und Ausführungsvorgaben eindeutig spezifiziert?

Geeignete Produkt- und Bemessungsunterlagen, Montageparameter und erforderliche Ausführungsqualifikationen.

29

Sind Korrosion, Brand und Bewegungen in der Verbindung berücksichtigt?

Zum Einsatz passende Schutzsysteme, Bewegungsaufnahme und gegebenenfalls Feuerwiderstands-/Dauerhaftigkeitsnachweise.

30

Bleiben Befestigungen montierbar, kontrollierbar und gegebenenfalls austauschbar?

Erreichbare Montage- und Prüfstellen; definierte Abfolge sowie Dokumentation später verdeckter Verbindungen.

Fassade, Dach und Bauphysik

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

31

Sind Luft-, Wasser- und Wärmeschutzebenen über Anschlüsse hinweg durchgängig?

Koordinierte Detailkette an Fugen, Öffnungen, Attiken, Sockeln und Durchdringungen.

32

Sind Dachentwässerung und gegebenenfalls Notentwässerung schlüssig?

Bemessung und Höhenbezüge, Fließwege und schadloser Abfluss nach projektbezogenem Entwässerungskonzept.

33

Sind bauphysikalisch kritische Übergänge nachgewiesen?

Geeignete Bewertung von Wärmebrücken, Oberflächentemperaturen, Feuchte und materialbezogener Verträglichkeit.

34

Können Fassaden- und Dachbauteile erwartete Bewegungen aufnehmen?

Abgestimmte Lagerung, Fugen, Befestigungen und Dichtungsdetails unter Temperatur- und Verformungseinflüssen.

35

Sind Schall- und Erschütterungswege an Anschlüssen berücksichtigt?

Passende Trennungen und Nachweise; keine unbeabsichtigten Schallbrücken durch Nebenbefestigungen.

36

Sind Reinigung, Inspektion und Instandsetzung ohne ungeplante Risiken möglich?

Erreichbare Flächen, sichere Zugänge, geeignete Arbeitsmittel und abgestimmte Austausch- und Rettungswege.

Ausbau, Türen und Barrierefreiheit

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

37

Erfüllen tatsächliche lichte Maße die vereinbarte Nutzung?

Fertigmaße einschließlich Beschlägen, Bekleidungen, Einbauten und ungünstiger Toleranzen geprüft.

38

Sind Türfunktionen gewerkeübergreifend widerspruchsfrei?

Türliste mit Brandschutz, Flucht, Zutritt, Automatik, Feststellung, Verriegelung und Stromausfallverhalten.

39

Sind Bewegungs- und Bedienflächen dauerhaft frei nutzbar?

Koordinierter Ausbau- und Einrichtungsplan; keine Kollision mit Türflügeln, Möblierung oder technischen Einbauten.

40

Sind Trennwände, Decken und Einbauten für Lasten und Anforderungen geeignet?

Abgestimmte Systeme, Befestigungsuntergründe, Revisionsöffnungen sowie Brand- und Schallschutzanschlüsse.

41

Sind Orientierung und Bedienbarkeit für unterschiedliche Nutzer berücksichtigt?

Projektbezogene Prüfung von Erreichbarkeit, Sichtbarkeit, Kontrasten, Bedienelementen und wahrnehmbaren Signalen.

42

Bleiben Reinigbarkeit und Wiederherstellbarkeit des Ausbaus erhalten?

Geeignete Oberflächen, zugängliche Fugen, austauschbare Bauteile und wartungsgeeignete Öffnungen.

Heizung, Kälte und Hydraulik

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

43

Passen Leistungen zu realen Auslegungs- und Teillastzuständen?

Abgleich von Lasten, Temperaturen, Volumenströmen, Leistungsdaten und vorgesehenen Betriebsweisen.

44

Sind Druckverluste, Pumpen und Regelarmaturen aufeinander abgestimmt?

Konsistente Netzberechnung und Betriebspunkte einschließlich ungünstiger Teilstrecken und Teillast.

45

Ist ein hydraulischer Abgleich planbar, durchführbar und messbar?

Geeignete Einstell- und Messstellen, eindeutige Kennzeichnung sowie nachvollziehbare Sollwerte.

46

Sind Druckhaltung, Entlüftung, Entleerung und Absperrung funktional?

Abgestimmte Lage und Dimensionierung; sichere Zugänglichkeit und beherrschte Entsorgungs- bzw. Entleerwege.

47

Sind Ausdehnung, Schwingungen, Dämmung und Kondensat berücksichtigt?

Rohrhalterungen, Kompensationen, Dämmaufbau und gegebenenfalls dampfdichte Ausführung fachlich abgestimmt.

48

Sind Medien- und Kältemittelrisiken für den konkreten Aufstellort bewertet?

Geeignetes Schutz- und Betriebsverfahren, erforderliche Nachweise, sichere Wartung und Störfallmaßnahmen.

Lüftung, Klima und Hygiene

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

49

Sind Luftmengen und Druckverhältnisse für alle relevanten Betriebsarten schlüssig?

Abgestimmte Bilanz einschließlich Überströmung, Teillast, geschlossener Türen und kritischer Nutzungen.

50

Sind Luftführung, Filterung und Außen-/Fortluftlage passend?

Geeignete Zonen, Ansaug- und Ausblasbedingungen sowie Prüfung unerwünschter Rückführung und Kurzschlüsse.

51

Sind hygienerelevante Komponenten erreichbar und reinigbar?

Revisions- und Entnahmeräume für Filter, Register, Befeuchtung und Kanäle einschließlich tatsächlicher Ausbauwege.

52

Ist Kondensat sicher abführbar und sind feuchte Bereiche beherrscht?

Geeignete Gefälle, Anschlüsse und Reinigungsmöglichkeiten ohne unzulässige Stagnations- oder Rückstauzustände.

53

Sind Brand-, Schall- und Schwingungsschutz mit der Luftführung koordiniert?

Abgestimmte Klappen, Durchführungen, Schalldämpfer, Entkopplungen und zugehörige Nachweise.

54

Sind Messung, Einregulierung und sauberer Anlagenstart vorbereitet?

Messstellen, zugängliche Regulierelemente sowie definiertes Sauberkeits-, Prüf- und Inbetriebnahmekonzept.

Sanitär, Trinkwasser und Entwässerung

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

55

Entsprechen Materialwahl und Einbau dem vorgesehenen Medium und Einsatz?

Geeignete Produkte, Verbindungstechniken und Nachweise sowie klare Trennung unterschiedlicher Mediennetze.

56

Vermeidet die Leitungsführung unnötige Stagnation und Erwärmung?

Nutzungsgerechte Dimensionierung, Anordnung, Zirkulation und thermische Trennung fachlich bewertet.

57

Sind Absperr-, Spül-, Probenahme- und Wartungsstellen erreichbar?

Eindeutige Lage und Kennzeichnung; praktikable Handhabung ohne unnötige Ausfälle angrenzender Bereiche.

58

Sind Gefälle, Lüftung und Reinigbarkeit der Entwässerung nachgewiesen?

Bemessung, Höhenbezüge, zugängliche Reinigungsstellen sowie koordinierte Leitungs- und Schachtführung.

59

Ist der Umgang mit Rückstau und gegebenenfalls Hebeanlagen schlüssig?

Zum Entwässerungssystem passendes Konzept mit Wartungszugang, Alarmierung und Betriebsgrenzen.

60

Sind Prüfung und hygienische Inbetriebnahme terminlich abgesichert?

Abgestimmte Prüf-, Spül- und Übergabeabläufe; keine unkontrolliert lange Standzeit zwischen Befüllung und Nutzung.

Elektrotechnik, Kommunikation und Sicherheitsstrom

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

61

Sind Anschlussleistungen, Gleichzeitigkeiten und Reserven konsistent?

Abgestimmte Last- und Stromkreislisten mit passender Versorgungsstruktur und projektspezifisch begründeten Reserven.

62

Sind Schutzmaßnahmen und Abschaltbedingungen fachlich nachgewiesen?

Geeignete Berechnungen, Schutzgerätezuordnung und Prüfung der Erdungs- sowie Potentialausgleichsstruktur.

63

Sind Leitungswege, Wärmeabfuhr und gegenseitige Beeinflussungen berücksichtigt?

Abgestimmte Trassen, Belegung, Trennung, Befestigung und Abschottung einschließlich Wartungszugang.

64

Erfüllt die Sicherheitsstromversorgung das festgelegte Schutzkonzept?

Bestätigte Verbraucher, Betriebsdauer, Umschaltung, Überwachung, Trennung und Verhalten bei Ausfällen.

65

Sind Kommunikations- und Sicherheitsanlagen räumlich und funktional integriert?

Abgeglichene Anschlüsse, Netze, Raum-/Rackbedingungen und Schnittstellen zu Zutritt, Meldung und Automation.

66

Sind Erstprüfung, sichere Freischaltung und spätere Messungen möglich?

Zugängliche Prüf- und Trennstellen, eindeutige Kennzeichnung, Stromlaufunterlagen und vorgesehene Prüfprotokolle.

Gebäudeautomation und OT-Sicherheit

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

67

Sind alle Betriebsarten und Zustandswechsel funktional beschrieben?

Abgestimmte Funktionsbeschreibungen für Normalbetrieb, Teillast, Störung, Wartung und Wiederanlauf.

68

Stimmen Sensoren, Aktoren, Datenpunkte und Einheiten überein?

Konsistenter Abgleich von Schema, Datenpunktliste, Adressen, Grenzwerten, Wirkrichtung und Visualisierung.

69

Sind Prioritäten und konkurrierende Befehle eindeutig aufgelöst?

Geprüfte Vorranglogik zwischen Schutzfunktion, Handbetrieb, Zeitprogramm, Raumregelung und zentraler Bedienung.

70

Sind Netze, Fernzugriffe und Betreiberrechte angemessen abgesichert?

Abgestimmte Segmentierung, Authentisierung, Berechtigungen, Protokollierung und geregelter Fernwartungszugang.

71

Bleiben wesentliche Funktionen bei Kommunikations- oder Systemausfall beherrscht?

Dokumentiertes Ausfallverhalten, lokale Betriebsfähigkeit, Alarmierung und geeignete Wiederanlaufreihenfolge.

72

Sind Software, Konfiguration, Datensicherung und Wiederherstellung übergabefähig?

Vertraglich gesicherte Lieferungen und Nutzungsrechte, gesicherte Stände sowie prüfbare Wiederherstellungsverfahren.

Brandschutz und Wirkprinzipien

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

73

Sind Pläne und Produkte mit dem maßgeblichen Brandschutzkonzept abgeglichen?

Eindeutige Zuordnung von Abschnitten, Anforderungen, Auflagen und nachweispflichtigen Abweichungen.

74

Sind Durchdringungen und Abschottungen für den konkreten Einbau geeignet?

Passende Wand-/Deckenart, Medienbelegung, Abstände, Befestigungen und anwendbarer Verwendbarkeits- bzw. Bauartnachweis.

75

Sind sicherheitsrelevante Steuerketten gewerkeübergreifend vollständig?

Abgestimmte Ursache-Wirkungs-Matrix mit Auslösung, Reaktion, Priorität, Rückmeldung und Rückstellung.

76

Bleiben Energieversorgung und Leitungswege erforderlicher Schutzfunktionen verfügbar?

Konzeptgerechte Versorgung, Trennung und gegebenenfalls Funktionserhalt; keine unerkannte gemeinsame Ausfallursache.

77

Sind Rauchschutz, Entrauchung, Türen und Löschtechnik an Schnittstellen abgestimmt?

Passende Öffnungszustände, Strömungswege, Verriegelungen und zulässige Interaktionen.

78

Sind Einzel- und gewerkeübergreifende Prüfungen vor Nutzung vorbereitet?

Abgestimmte Prüfzuständigkeit, Prüfplan, sichere Auslösung und erwartete Ergebnisse; erforderliche externe Prüfungen eingeplant.

Fördertechnik, Maschinen und Sonderanlagen

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

79

Sind Liefergrenzen und Verantwortungen an Gebäude-/Maschinenschnittstellen eindeutig?

Vereinbarte Zuständigkeit für Planung, Anschlüsse, Lasten, Schutzfunktionen und technische Nachweise.

80

Passen Lasten, Geometrie und Medienversorgung zum tatsächlich bestellten Aggregat?

Aktuelle Herstellerdaten mit Fundamenten, Schächten, Anschlüssen, Einbringung und Wartungsräumen abgeglichen.

81

Sind Personen-, Bedien- und Verkehrswege sicher voneinander abgegrenzt?

Geprüfte Zugangspunkte, Schutzeinrichtungen, Verriegelungen und Betriebsarten bei Einrichten und Wartung.

82

Sind Konformitätsgrenzen und das zeitlich anwendbare Regelungsregime geklärt?

Festgelegte Produkt-/Anlagenabgrenzung; Bewertung möglicher Gesamtheit oder wesentlicher Änderung durch Zuständige.

83

Sind Rettung, Befreiung und Störungsbeseitigung praktisch möglich?

Geeignete Zugänge, Hilfsmittel, Kommunikationswege und organisatorisch umsetzbares Notfallverfahren.

84

Sind erforderliche Prüfungen und betriebliche Voraussetzungen getrennt nachgewiesen?

Terminierte Produkt-, Montage- und Betreiberprüfungen; Bedienkompetenz und Wartung vor Nutzung gesichert.

Außenanlagen und unterirdische Medien

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

85

Sind Bestandsleitungen und ihre Lageunsicherheit ausreichend geklärt?

Abgestimmte Auskünfte, Ortung und notwendige Suchöffnungen vor Konflikten, Gründung oder Aufgrabung.

86

Sind Kreuzungen, Abstände, Höhen und Zugänge gewerkeübergreifend koordiniert?

Verlässlicher Leitungsplan mit Schachtlage, Schutzmaßnahmen und tatsächlich nutzbaren Wartungszugängen.

87

Ist das Entwässerungskonzept bis zum zulässigen Abflussweg durchgängig?

Geländehöhen, Rückstau, Überflutung und erforderliche Genehmigungen fachlich zusammengeführt.

88

Sind Verkehrs-, Aufstell- und Rettungsflächen dauerhaft tragfähig und frei?

Abgleich von Lasten, Geometrie, Beschilderung und betrieblicher Nutzung ohne widersprechende Einbauten.

89

Sind Vegetation, Beleuchtung und technische Anlagen verträglich angeordnet?

Abgestimmte Wurzelräume, Sichtbeziehungen, Leitungen, Fundamente und Pflege-/Wartungswege.

90

Sind unterirdische Anlagen vor Verfüllung kontrolliert und dokumentiert?

Haltepunkt mit geeigneten Prüfungen, Lage-/Höhennachweis und Übergabe an das fortgeschriebene Bestandskataster.

Bauprodukte, Bauarten und Nachweise

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

91

Ist das tatsächlich vorgesehene Produkt eindeutig beschrieben?

Hersteller, Typ, Ausführung und relevante Optionen konsistent in Planung, Bestellung und Nachweisen.

92

Deckt der technische Nachweis die konkrete Verwendung ab?

Anwendungsgrenzen, Untergrund, Abmessungen, Lasten, Umgebungsbedingungen und Einbaudetails abgeglichen.

93

Sind Bauprodukt- und Bauartanforderungen sachlich unterschieden?

Geeignete Kombination von Produktleistung, nationalem Anwendungsrecht und gegebenenfalls Bauartnachweis.

94

Sind Übergangsregelungen und maßgebliche Zeitpunkte berücksichtigt?

Dokumentierte Zuordnung zum anwendbaren Nachweissystem statt pauschaler Anerkennung vorhandener CE-Unterlagen.

95

Sind Montage-, Qualifikations- und Überwachungsanforderungen erfüllbar?

Geeignete Anweisungen, Nachweise ausführender Stellen und erforderliche Kontrollen vor Einbau.

96

Sind substitutions- oder einbaubedingte Abweichungen ausdrücklich behandelt?

Fachliche Bewertung und erforderliche Zustimmung; keine stillschweigende Erweiterung eines Nachweisbereichs.

BIM, Dateien und digitale Prüfnachweise

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

97

Sind Modellzweck, Informationsbedarf und Lieferformate vereinbart?

Passende Auftraggeber-Informationsanforderungen und Abwicklungsregeln mit überprüfbaren Lieferkriterien.

98

Sind Geometrie, Modellbezug und Klassifikation konsistent?

Gleiche Koordinaten, Einheiten, Objektschlüssel und eindeutig zugeordnete Fachmodelle und Revisionen.

99

Sind geometrische und funktionale Konflikte getrennt geprüft?

Kollisionsprüfung plus Fachbewertung von Bewegungs-, Wartungs-, Montage- und Fluchtflächen.

100

Sind Informationsanforderungen automatisiert und fachlich plausibilisiert?

Geeignete Regel- bzw. IDS-Prüfung mit manueller Bewertung von Bedeutung, Richtigkeit und Anwendbarkeit.

101

Bleiben Befunde nach Modellwechsel eindeutig auffindbar?

Stabile Referenzen, Prüfansichten oder BCF-Vorgänge mit Planstand, Verantwortlichem und dokumentierter Nachprüfung.

102

Ist klar, ob Modell, Plan oder anderes Dokument verbindlich ist?

Vereinbarte Rangfolge und konsistente Ausgabe; keine konkurrierenden Fertigungsinformationen aus verschiedenen Ständen.

Prüfabschluss, Sperren und Änderungen

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

103

Beschreibt jeder Befund eine konkrete Abweichung statt einer pauschalen Wertung?

Fundstelle, Sollanforderung, festgestellter Istzustand und technische bzw. betriebliche Folge sind nachvollziehbar.

104

Ist die Erledigung jedes maßgeblichen Befunds tatsächlich nachgeprüft?

Neue Revision und Prüfnachweis; die bloße Rückmeldung des Bearbeiters gilt nicht als bestätigter Abschluss.

105

Verhindern sicherheitsrelevante offene Punkte die betroffene Ausführung?

Eindeutige Sperre für Fertigung, Montage oder Verschließen; verantwortliche Stelle und Aufhebungskriterium benannt.

106

Sind Teilfreigaben räumlich, funktional und revisionsbezogen eindeutig begrenzt?

Nachgewiesene Unabhängigkeit, benannte Restpunkte und ausgeschlossene Folgeschritte ohne unklare Sammelauflagen.

107

Ist eine spätere Änderung auf bereits erteilte Freigaben zurückgeführt?

Bewertete Rückwirkungen; notwendige erneute Prüfung und kontrollierter Entzug überholter Planstände.

108

Ist der abschließende Status durch eine befugte Stelle entschieden?

Signierter oder anderweitig verbindlich dokumentierter Entscheid mit Umfang, Datum und klaren Grenzen.

Betrieb, Wartung und Resilienz

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

109

Sind Bedienung, Wartung und Reinigung unter tatsächlichen Raumbedingungen möglich?

Geprüfte Arbeitspositionen, Öffnungswege, Arbeitsmittel, Freischaltung und sicher nutzbare Zugänge.

110

Ist ein späterer Austausch ohne unverhältnismäßigen Rückbau vorbereitet?

Demontage- und Transportweg für maßgebliche Komponenten, Hebemöglichkeiten und wiederherstellbare Öffnungen.

111

Sind kritische Versorgungen bei Störung und Wartung beherrschbar?

Passendes Verfügbarkeitskonzept mit Absperrung, Ersatzversorgung, Alarmierung und Wiederanlauf.

112

Sind Umbauphasen vom weiterlaufenden Betrieb wirksam getrennt?

Abgestimmte Abschaltungen, Staub-/Lärm-/Hygieneschutz, Fluchtwege und gesicherte Rückfalloption.

113

Sind spätere Arbeiten und besondere Nutzerbedürfnisse berücksichtigt?

Zugängliche Arbeitsbereiche, geeignete Schutzlösungen und nachvollziehbar erfüllte Nutzungsanforderungen.

114

Sind Betriebskosten, Medienverbräuche und Anpassungsoptionen transparent?

Nachvollziehbare Bewertung maßgeblicher Betriebszustände, Wartungsaufwände und technisch realer Reserven.

Inbetriebnahme, Bestand und Wirkungskontrolle

Nr.

Prüfhandlung / Prüffrage

Erwarteter Nachweis

115

Sind Prüfbarkeit und Einregulierung in der Planung ermöglicht?

Vorhandene Mess-, Test-, Absperr- und Rückstellmöglichkeiten sowie sichere Prüfzustände.

116

Sind erwartete Ergebnisse für Einzel- und Systemfunktionen festgelegt?

Abgestimmte Funktionsprüfung mit Voraussetzungen, Zuständigkeit, Sollreaktion und nachvollziehbarem Protokoll.

117

Ist der reale Einbau mit dem abgegebenen Dokumentationsstand abgeglichen?

Verifizierte Bestandsunterlagen; örtliche Änderungen und verdeckte Bauteile geeignet nachgewiesen.

118

Sind Anlagen-, Produkt-, Prüf- und Wartungsdaten eindeutig verknüpft?

Stabile Kennzeichnung und nutzbare Dokumentzuordnung; geprüfte Übernahme in das vorgesehene Betriebssystem.

119

Sind offene Restpunkte für Nutzung und Betrieb bewertet und zugeordnet?

Keine verdeckten Sicherheitslücken; bestätigte Verantwortungen, Fristen und gegebenenfalls zulässige Beschränkungen.

120

Werden Prüferfahrungen ohne Fehlanreize ausgewertet?

Kennzahlen zu kritischen Rückläufen, Wiederholungsfehlern, Durchlaufzeit und späteren Betriebsfolgen mit klarer Bezugsmenge.